Gestalten mit Hochleistungsbetonen

Praxisseminar bot Ideenaustausch zwischen Planern, Herstellern und Verarbeitern

Die "zielsichere Herstellung von selbstverdichtenden Hochleistungsbetonen" war das zentrale Thema eines Praxisseminars, das Ende Juni dieses Jahres unter der Federführung von Dyckerhoff Weiss im Wiesbadener Wilhelm-Dyckerhoff-Institut (WDI) stattfand. Dass es sich in der Tat um ein echtes Arbeitsseminar handelte, zeigte die auf nur 20 Personen begrenzte Teilnehmerzahl.

"Fließender Stein" in Theorie und Praxis


Christian Bechtoldt machte die Gäste zunächst mit den theoretischen Grundlagen der Herstellung von selbstverdichtenden Hochleistungsbetonen und deren Anwendungsgebieten vertraut. Er zeigte dabei eindrucksvoll, wie sich mit diesen Betonen, die sich quasi "nach Kochrezept" herstellen lassen, in der Praxis zielsicher hochwertige und edle Betonwerksteine, Betonwaren, Fertigteile und Terrazzoböden herstellen lassen. Im Fokus standen dabei porenarme Oberflächen, mit denen sich besonders feinkörnige Optiken realisieren lassen und hohe Früh-, Biegezug- und Druckfestigkeiten.

Hohe Biegezug- und Druckfestigkeiten ermöglichen schlankere und leichtere Bauteile mit hohen Dauerhaftigkeitseigenschaften (Frost-Tausalz-Widerstand), einem hohen Verschleißwiderstand und geringen Verschmutzungsneigungen. Auch scharfkantige Betone stellen mit diesen Materialien kein Problem dar.

Der Nachmittag war der Praxis gewidmet: Andrea Kreuzburg, Mitarbeiterin im WDI, demonstrierte Anwendungen und erstellte eine Reihe von Rezepturen, insbesondere für Feinbetone mit einem Größtkorn von 2 mm. Anschließend wurden gemeinsam mit den Teilnehmern im so genannten Wet-Cast-Verfahren unterschiedlichste Formteile wie z.B. Winkelstufen, Blockstufen und diverse Platten betoniert.

Dabei kamen auch unterschiedlich farbige Körnungen und Farbpigmente zum Einsatz. Weiterhin brachte man auch einen 1,5 cm dicken Terrazzo ganz ohne Walztechnik auf einen vorhandenen Betonuntergrund auf.

Oberflächenbearbeitung


Der Folgetag war der Oberflächenbearbeitung der hergestellten Betone gewidmet. Damit wird die Tatsache genutzt, dass mit Flowstone hergestellte Betonelemente aufgrund der sehr hohen Frühfestigkeiten bereits am Folgetag bearbeitet werden können. Dies wurde anschaulich durch die Prüfung von Betonwürfeln demonstriert, die bereits nach 18 Stunden Festigkeiten von ca. 60 N/mm² aufwiesen. Durch diese gute Festigkeitsentwicklung können zum Beispiel auch aufwendige Formen zweimal am Tag belegt werden. Neben dem Feinwaschen von Oberflächen mit unterschiedlichen Kontaktverzögerern und dem Säuern von Oberflächen mit Säu-rungspasten wurde den Seminarteilnehmern auch das Fräsen oder Schleifen von Betonwerksteinplatten sowie das Schleifen und Feinschleifen von Terrazzoflächen vorgestellt. Aufgrund der positiven Resonanz soll noch in diesem Jahr (24./25. November) ein weiteres Praxisseminar durchgeführt werden.