Beton Union Spezialistenforum 2005

Gelesen in bi-Ausschreibungsblatt 127/2005

"Innovationen in der Bauorganisation" - unter diesem Motto stand das Spezialistenforum, zu dem die Beton Union Köln-Bonn Ende Mai in die Fachhochschule nach Köln eingeladen hatte. Das Themenspektrum reichte von der Vorstellung einer neuen Software zur Optimierung von Bauabläufen über innovative Betone bis hin zu Fragen, die bei der Ausschreibung nach neuer Beton-Norm zu beachten sind.


Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und derscharfe Wettbewerb in der Bauindustrie verlangen nicht nur nach Optimierung, sondern bisweilen auch nach einer geradezu radikalen Änderung bisher eingefahrener Bauabläufe. Auch wenn im Bauwesen eher auf Tradition gesetzt wird und Neues wegen möglicher entstehender Risiken nicht sofort genutzt wird, so werden dennoch Innovationen das zentrale Instrument sein, das über die Zukunft entscheidet. Zu Beginn der Veranstaltung stellte daher Prof. Dr. Jürgen Danielzik ein modernes System zur Optimierung von Bauabläufe vor. Es handelt sich dabei um ein umfangreiches Softwareprogramm, das nicht nur die Analyse aller anfallenden Arbeiten, sonder auch deren sinnvolle Synthese zu zeitoptimierten Abläufen unter optimaler Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen ermöglicht. Wie der Referent anhand von Beispielen erläuterte, dient eine solche Software ebenfalls zu genauen Ermittlung der Kosten.

Beton - der innovativste Baustoff unserer Zeit

Um auch in Zukunft bestehen zu können, bedarf es jedoch nicht nur eines innovativen Projekt- und Baumanagements, sondern auch moderner Produkte und Verfahren. Der innovativste Baustoff unsererZeit ist - darin sind sich die Experten einig - zweifelsohne Beton. Die zahlreichen Entwicklungen im Betonbereich führen zu immer mehr "Spezialitäten" und damit "maßgeschneiderten" Betonen, die exakt den differenzierter werdenden Anforderungen der Baupraxis entsprechen. Wie gerade der Einsatz dieser neuen Betone auch zu einer Optimierung des Baubetriebs führt, dies verdeutlichte in seinem Vortrag Thomas Berger Böcker, Geschäftsführer der Dyckerhoff Beton Service GmbH. Er stellte mit Liquidur, Fluidur und Ferrodur gleich drei neue Hochleistungs-Produkte der Dyckerhoff AG vor. Liquidur ist ein, bereits bei vielen repräsentativen Bauvorhaben bewährter, selbstverdichtender Beton für höchste Ansprüche. Bei Fluidur handelt es sich um einen leicht verdichtbaren Beton - ideal für Sichtbeton. Und Ferrodur ist ein moderner, extrem dauerhafter Beton, der sich in seiner Zusammensetzung und damit auch in seinen Eigenschaften von herkömmlichem Stahlfaserbeton unterscheidet. So umschließt die sehr fließfähige Matrix aus Zementleim und Gesteinskörnung die Stahlfasern besser und gleichmäßiger, als dies bei herkömmlichem Stahlfaserbeton der Fall ist. Dazu kommt ein enormer Produktivitätsfortschritt; denn je nach Bauteil lassen sich mit Ferrodur bis zu 64% der Arbeitszeit im Vergleich zur konventionellen Erstellung einsparen.

Ohne Beschichtung: TERRAPLAN - der Fußboden der Zukunft

Mit dem Dyckerhoff TERRAPLAN Superfloor System stellte anschließend Andre Conrady von der Dyckerhoff AG in Wiesbaden den "Fußboden der Zukunft" vor. Durch gefügeoptimierte Rezepturen und eine permanente Überwachung des Betoneinbaus gelingt es hier, in Verbindung mit dem Einsatz von Hightech-Schleifwerkzeugen, einen in dieser Qualität einmaligen Fußboden herzustellen. Nicht nur in bezug auf die Lebensdauer, die Ebenheit und die Reinigungskosten, sondern auch hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten setzt dieses System neue Maßstäbe bei Industrieböden. Erreicht wird all dies durch die schrittweise "Veredelung" eines reinen Betonbodens, ganz ohne Beschichtung. Abgerundet wurde das Forum mit einem detaillierten Vortrag zur "Ausschreibung nach neuer Norm". Dipl.-Ing. Andreas Blobner von der Dyckerhoff AG in Wiesbaden ging dabei vor allem der Frage nach: "Was haben Planer und Architekten zu beachten?". Nach einer Beschreibung der normativen Grundlagen stellte er die umfangreichen Möglichkeiten dar, die die neue Betonnorm gerade Architekten und ausschreibenden Stellen bietet. Vor allem in bezug auf Sichtbetonflächen ist nun eine wesentlich genauere Planung möglich. Generell führt die neue Norm zu klareren Verantwortungsbereichen, einer erhöhten Dauerhaftigkeit und Rechtssicherheit. Und nicht zuletzt steigern "maßgeschneiderte" Betone den Kundennutzen.