Gut besuchtes Betonwerkstein Fach- und Praxisseminar in Wiesbaden
Aktuelle Fachthemen und praxisorientierte Produktvorführungen in Kombination mit einem insgesamt optimierten Veranstaltungskonzept all dies sorgte dafür, dass das von der Bundes-fachgruppe Betonwerkstein, Fertigteile, Terrazzo und Naturstein (BFTN) im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. (ZDB) in diesem Jahr gemeinsam mit der Dyckerhoff AG in Wiesbaden veranstaltete Fach- und Praxisseminar ein voller Erfolg wurde.
Das Spektrum der Veranstaltung reichte von technischen und marketingorientierten Themen bis hin zu rechtlichen Fragen. Im Mittelpunkt des technischen Teil standen dabei Themen wie Vermeidung von Rissen und Poren im Betonwerkstein, mit dem sich Wolfram Reinhardt, der Bundesvorsitzende der Fachgruppe, intensiv beschäftigte. In diesem Zusammenhang stellte er auch Vorschläge zur Festlegung des Porenanteils bei besonders hochwertigen Sichtbetonflächen zur Diskussion, da seiner Ansicht nach das Merkblatt Sichtbeton in diesen Fällen zu geringe Ansprüche stellt. Ein Vielzahl nützlicher (verabeitungs)technischer Informationen konnten die Zuhörer auch den Ausführungen von Mario Sommer, dem Leiter der Architekten- und Objektberatung sowie der Anwendungstechnik bei der Sopro Bauchemie GmbH, zur fachgerechten Verlegung von Großformatbelägen im Innenbereich entnehmen. Er zeigte dabei auch, dass großformatige Betonwerksteinplatten gerade bei Architekten derzeit als ein absolut trendiges Material gelten.
Im Marketingteil wurden die Ausführungen von Martin Möllmann, zu den Zukunftsstrategien bei Dyckerhoff Weiss, die unter anderem eine Verdoppelung der Weißzement-Kapazitäten am Standort Wies-baden vorsehen, von einem Praxisbericht zu Flowstone- und Weisszement-Objekten aus Betonwerkstein ergänzt. Christian Bechtoldt von der Dyckerhoff AG führte hierbei anhand zahlreicher Beispiele den Tagungsteilnehmern einmal mehr vor Augen, welch enormes Kreativ-Potential in dem modernen Baustoff Betonwerkstein und speziell der Bindemittel-Innovation Flowstone steckt. Das dies heute und in Zukunft nur in Verbindung mit gut ausgebildeten Mitarbeitern funk-tioniert, dies machten Wolfgang Janisch, Studiendirektor der Steinbeisschule in Ulm, sowie Martin Möllmann bei ihren Bericht über die Meisterausbildung und Meisterstücke aus Ulm deutlich. Nur so kann dem bereits zuvor von Wolfram Reinhardt beklagten Facharbeitermangel wirksam begegnet werden. Abgerundet wurde der erste Seminarteil durch einen Vortrag von Rudolf Domscheid, ZDB Berlin, zu Neuigkeiten aus dem Arbeitsschutz- und Gefahrstoffrecht, wobei der Referent vor allen praktische Hilfen zum Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung durch den Unternehmer gab. Und schließlich ging Rechtsanwältin Silvia Hipfl vom Verband Baugewerblicher Unternehmer Hessen der Frage nach: Ist alles recht und billig oder ist alles, was Recht ist, billig?, wobei sie die Tücken des Vertragsrechts in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen stellte.
Nachdem der erste Seminartag bei einer gemeinsamen Abendveranstaltung im Kloster Eberbach diskutiert und ausgewertet wurde, ging es am nächsten Morgen mitten hinein in die Praxis. Unter dem Motto Wege zu mehr Effizienz wurden den Teilnehmern dabei Praxisvorführungen zu drei Themenblöcken geboten. Zunächst demonstrierte Dr. Reinhard Winzer, Dyckerhoff AG, in Zusammenarbeit mit Richard Bayer, R. Bayer Betonsteinwerk, Blaubeuren den Einbau von Ortbetonböden aus Dyckerhoff Terraplan, dem Bodensystem in Transportbetonverfahren für brillante Böden aus Beton. Anschließend demonstrierte die MKS Funke GmbH, Bocholt, die Oberflächenbearbeitung, also das Schleifen dieser Beläge mit Hilfe moderner Maschinentechnik. Und last but not least widmete sich Wolfram Reinhardt der für die Akzeptanz dieser Beläge so wichtigen Frage der Oberflächenbehandlung von Ortbetonböden. Mit der von ihm vorgestellten, neuartigen Nanokomposit-Imprägnierung lassen sich die Oberflächen der Beläge so vergüten, dass sie allen Anforderungen der Bauherren hinsichtlich Langzeitschutz und Pflegeleichtigkeit genügen. Am Ende drei Tage waren sich Veranstalter und Besucher einig, dass es mit dem neuen Veranstaltungskonzept gelungen ist, dem Gedanken- und Informationsaustausch in der Betonwerkstein- und Betonwarenbranche neue Impulse zu verleihen.